Bundesteilhabegesetz

Das Bundesteilhabegesetz ist am 30.12.16 in ersten Teilen in Kraft getreten.

Dieses Gesetz findet viel Zustimmung, aber auch viel Kritik, je nach Sichtweise des Betrachtenden.

Positiv ist z.B., dass für Beschäftigte in Werkstätten das Arbeitsfördergeld von 26 € auf 52 € erhöht wird. Somit bleibt ihnen mehr Geld vom Gehalt. Auch erhöht sich der Freibetrag bei zusätzlichem Bezug von Leistungen der Grundsicherung.

Der Vermögensfreibetrag für Bezieher von Eingliederungshilfe wird von 2.600 Euro auf zunächst 27.600 Euro erhöht. In der Hilfe zur Pflege greift der erhöhte Vermögensfreibetrag nur für Vermögen aus Erwerbstätigkeit.

Unter dem untenstehenden Link finden sich weitere interessante Informationen zu diesem Gesetz.

http://www.teilhabegesetz.org//pages/posts/neuregelungen-durch-das-bundesteilhabegesetz847.php

 

 

 

15. März 2016

Wenn das Leben aus dem Ruder läuft

(37 Grad, eine Reportage des ZDF)

Gesetzliche Betreuer im Einsatz

Sie sind Lotsen für Menschen, die sonst im Leben untergehen würden. Gesetzliche Betreuer haben viel Verantwortung, Macht und Einfluss. 37 Grad begleitet zwei Berufsbetreuer im Alltag. Rund 1,3 Millionen Menschen werden in Deutschland betreut. Hinter dieser Zahl stehen oft dramatische Schicksale. Gesetzliche Betreuer sind Manager für alle Lebenslagen, müssen oft existenzielle Entscheidungen treffen. Ein Beruf aus Berufung?

Ein halbes Jahr haben wir die beiden Betreuer mit der Kamera begleitet und dadurch einen Einblick in eine Parallelwelt erhalten. Wir haben Menschen kennen gelernt, die nicht so richtig in unsere Gesellschaft passen. Menschen, die wir so nie sehen und vielleicht auch nicht sehen wollen. Dabei kann es im Grunde jeden von uns treffen. Wir können durch einen "Schicksalsschlag" oder eine Krankheit in eine Situation kommen, in der wir auf Betreuung angewiesen sind.

Besonders bewegt hat mich Peters Schicksal. Er ist schwer krank, aber er hat trotzdem den Humor nicht verloren. Peter hat das Ende unserer Dreharbeiten nicht mehr erlebt. Auch Jenny hat mich berührt. Sie ist mein Jahrgang, wirkte auf mich aber viel jünger, verlorener und einsam. In ihrer Wohnung gibt es keine Schränke, sie ist vermüllt und dreckig – so sollte eigentlich niemand leben müssen.

 

Der folgende Link führt Sie direkt zu dem Beitrag:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2688202/Wenn-das-Leben-aus-dem-Ruder-laeuft#/beitrag/video/2688202/Wenn-das-Leben-aus-dem-Ruder-laeuft

 

 

September 2015

 

Verein für Betreuungen in Bielefeld e.V. für seine Qualitätsentwicklung zertifiziert.

 

 

 

Immer mehr Menschen in Deutschland können sich nicht um ihre rechtlichen Angelegenheiten kümmern, weil sie alt, krank oder behindert sind. Unter dem Dach der Diakonie RWL gibt es knapp 60 Betreuungsvereine, die diese Aufgabe übernehmen. Sie leisten schon seit vielen Jahren gute Arbeit, aber nachprüfbar war das bislang nicht. Jetzt hat ein Projekt erstmals Qualitätsstandards entwickelt und Zertifikate vergeben.

In der sozialen Arbeit werden sie oft als „Schreibtischtäter“ angesehen, die täglich Berge von Akten bearbeiten müssen und daher so gar nicht dem Image des Helfers entsprechen, der sofort vor Ort ist, wenn es brennt. Tatsächlich übernehmen die rechtlichen Betreuer eine besondere Tätigkeit in den Wohlfahrtsverbänden. Bei Evangelischen Betreuungsvereinen angestellt, übernehmen sie die rechtlichen Angelegenheiten für alte, kranke oder behinderte Menschen, die sich selbst nicht mehr darum kümmern können. Sie regeln ihre finanziellen Angelegenheiten und helfen beim Umgang mit Behörden, Versicherungen, Krankenkassen oder auch Vermietern. Eine Tätigkeit, die viel Schreibarbeit und Aktenstudium erfordert, sich aber darin längst nicht erschöpft.

Auszeichnungen für sieben Vereine

„Viele Mitarbeitende der Betreuungsvereine sind sehr engagiert und die Gerichte wissen das auch“, beobachtet Waltraud Nagel, Referentin bei der Diakonie RWL. „Aber wie sie es tun, ist bislang noch nie überprüft worden.“ Daher hat die Diakonie RWL vor drei Jahren ein Modellprojekt gestartet, in dem zehn Betreuungsvereine ihre tägliche Arbeit unter die Lupe genommen, nach bestimmten Kriterien überprüft und weiterentwickelt haben. Sieben der zehn Vereine – darunter Bielefeld, Lüdenscheid/Plettenberg, Minden, Saarbrücken, Wesel, Wetzlar und Wuppertal – erhielten jetzt dafür ein Zertifikat.

Übergabe der Zertifikate an Vertreter der Betreuungsvereine

„Uns ist es wichtig, dass die betreuten Menschen die rechtliche Betreuung als gute Dienstleistung wahrnehmen“, erklärt Waltraud Nagel. „Dazu gehören bestimmte Qualitätskriterien, die sowohl für die Betreuten, deren Angehörige als auch die Gerichte transparent und überprüfbar sind.“ Als Beispiel nennt Nagel regelmäßige Sprechzeiten sowie Besuche bei den betreuten Menschen, etwa im Pflegeheim. Die Kontoverwaltung müsse transparent sein. Betreute und ihre Angehörigen sollten Beschwerde einlegen können, wenn sie mit der Amtsführung des Betreuers nicht einverstanden seien, betont die Referentin.

Qualitätskriterien als „besonderes Markenzeichen“

Nagel bezeichnet diese überprüfbaren Qualitätskriterien als ein „besonderes Markenzeichen“ im Bereich der rechtlichen Betreuung, die in Deutschland für rund 1,3 Millionen Menschen geleistet wird. In den vergangenen Jahren hat es einen großen Anstieg gegeben, weil immer mehr Menschen alt und dement sind, aber auch die Zahl psychischer Erkrankungen zugenommen hat. Bei den 61 Betreuungsvereinen, die sich unter dem Dach der Diakonie RWL um diese Menschen kümmern, arbeiten rund 300 hauptamtliche Mitarbeiter. Sie betreuen nicht nur jeweils zwischen 40 und 50 Klienten, sondern begleiten auch mehrere Tausend ehrenamtliche Betreuer. „Das ist ein anspruchsvoller Job, für den die Mitarbeiter gut ausgebildet und fortgebildet werden müssen.“

Bei den Evangelischen Betreuungsvereinen sind überwiegend Sozialarbeiter und Sozialpädagogen mit abgeschlossenem Studium tätig. Damit unterscheiden sie sich deutlich von den freiberuflich tätigen Betreuern, die aus allen möglichen Berufen kommen. Mit gutem Grund, meint der Vorsitzende des Fachverbands der Diakonie RWL, der Wuppertaler Diakoniedirektor Martin Hamburger im Gespräch mit der Diakonie RWL. „Unsere fachliche Ausrichtung ist ein Vorteil, denn die Menschen, die in unserer Obhut sind, mussten zum Teil schwere Schicksalsschläge verkraften.“ Hamburger definiert die Tätigkeit in den evangelischen Vereinen daher als „eine menschliche Betreuung unter juristischen Bedingungen.